Fünf Sinne, fünf Türen

Dessert

„Nichts in unserer Intelligenz, ist nicht über unsere Sinne gegangen.“*

Diese Sinne leiteten früher Schritte, Gesten, Leben. Heute führen sie in die Irre, sie werden vernachlässigt. Es kommt noch schlimmer, wir ignorieren sie. Also schweigen sie. Kauern in einer mysteriösen Ecke unseres Körpers. Unserer Seele. Schlummern und geraten schließlich in Vergessenheit. Bis... Ja, bis sie ein Zeichen, ein Gefühl, eine Einladung wahrnehmen, sich erneut zu zeigen.

Hier, in diesem Anwesen, ist es genau das, wonach wir streben. Zuerst öffnen wir die Tür ein wenig. Lassen den Schimmer, den Duft, die Note, die Liebkosung oder den Geschmack hinein, die sie erschüttert. Dann stoßen wir die Tür etwas weiter auf und befreien sie schließlich. Ganz und gar. Denn wir möchten diese Sinne lebend. Geschärft. Lebendig.

Wie könnte es außerdem anders sein? Wie kann man sich entgehen lassen, der Natur beim Aufwachen zuzuhören? Die Licht- und Farbenspiele zu bewundern? Den Stein zu streifen? Die jodhaltigen Düfte des Meeres oder die holzigen Düfte der Macchia einatmen? Wie kann man nicht jedes Geschenk der korsischen Erde probieren?

Sich weigern, Gefühle zuzulassen, wäre ein reiner Irrglauben! Sie sind der wohlwollende Rausch, der belebende Schauder. Sie sind der Schleier, der Sie mit einer leuchtenden und warmherzigen Aura umgibt. Sie sind das Leben.

*Aristoteles